Angelhausen-Oberndorf ist ein Ortsteil von Arnstadt im Ilm-Kreis (Thüringen) mit 1200 Einwohnern.
Geografie
Angelhausen-Oberndorf liegt einen Kilometer südöstlich von Arnstadt zwischen Reinsbergen im Süden und dem Thüringer Becken im Norden in etwa 310 Metern Höhe. Südlich des Ortes erhebt sich der 383 Meter hohe Schlossberg, welcher bewaldet ist und unter Naturschutz steht. Angelhausen -Oberndorf ist ein Straßendorf, bestehend aus dem unteren Teil (Angelhausen) und dem oberen Teil (Oberndorf), welche im Laufe der Zeit zusammengewachsen sind.
Geschichte
Angelhausen -Oberndorf gehörte bis 1920 zum Amt Arnstadt im Fürstentum Schwarzburg -Sondershausen. Seit 1922 gehört der Ort zu Arnstadt.
Angelhausen
Kirche in Angelhausen
Die Ersterwähnung Angelhausens fällt ins Jahr 948. Der Ort erlitt im Dreißigjährigen Krieg schwere Verwüstungen. Angelhausen besitzt eine Kirche, die aber bis 1994 nicht genutzt wurde und verfiel. Seit 1994 wurde sie überwiegend durch Spenden aus Gemeinde und Umgebung und deren Körpereinsatzes fast vollständig restauriert und 2006 wiedereröffnet. Besonders sehenswert ist ihr außergewöhnlich großer Flügelaltar.
Oberndorf
Oberdorfer Kirche St. Nicolai
Oberndorf wurde erst 1350 erstmals urkundlich erwähnt. Es ist somit einer der jüngsten Orte der Umgebung. Die Dorfkirche St. Nicolai stammt aus dem 12. Jahrhundert. Damals diente sie der Käfernburg als Burgkapelle.
Die Käfernburg
Die Burg entstand vermutlich um die Jahrtausendwende und diente in Ihrer Anfangszeit dem Schutz der alten Handels- und Heeresstraße, die durch den Ohragrund über den Oberhofer Pass führte. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg findet sich im Jahre 8. November 1141 mit Graf Sizzo III. von Käfernburg als Zeuge. Eine weitere Erwähnung findet sich im Jahre 1290, wo die Burg auf dem Reichstag zu Erfurt als "castrum Swarzenwalt" genannt wird. Durch Verpfändungen, Belehnungen und Erbteilungen wechselte die Burg mehrfach ihren Besitzer. Die Burg war in ihrer Blütezeit Stammsitz der Grafen von Käfernburg und Regierungssitz der Grafschaft Käfernburg. Das Geschlecht starb 1365 aus. Die Herrschaft wurde am 29. Mai 1387 an Landgraf Balthasar von Thüringen verkauft. Dieser verpfändete Schloss und Herrschaft Käfernburg am 15. Juli 1394 an seinen jüngeren Bruder Wilhelm. Nach dem Aussterben der Landgrafen von Thüringen 1446 kamen die Gebiete an nahe Verwandte der Käfernburger, die Grafen von Schwarzburg.
Nach der Reformation diente sie nur noch zur Unterbringung verschiedener Behörden. Während des Dreißigjährigen Krieges begann der Zerfall der Burg. Steine, Ziegel und Holzbauten der alten Feste wurden von den Bewohnern der umliegenden Orte zum Bau von Häusern und Straßen genutzt. Teile der Baustoffe wurden auch im Arnstädter Schloss Neideck genutzt.
Heute existiert lediglich noch eine Wallanlage von der ehemaligen Burg.
Politik
Ortsbürgermeister ist Hans-Werner Trefflich.

